Die Überdachung steht — und dann kommt der erste Winter. Was muss ich tun, wenn Schnee liegt? Darf ich die Lamellen offen lassen? Sollte ich Schnee räumen? Das sind die häufigsten Fragen nach der Montage. Hier sind die Antworten, klar und praktisch.
Die wichtigste Nachricht zuerst: Nichts tun ist meistens richtig
Eine KD-Aluminium-Überdachung ist auf die Schneelastzonen Baden-Württembergs ausgelegt. Das bedeutet: Sie muss die lokal übliche Schneebelastung aushalten, ohne dass Sie eingreifen. Kein Räumen, kein Stützen, kein Bangen.
Genaue technische Hintergründe zur Statik und Schneelastzonen finden Sie in Schneelast in Baden-Württemberg — was Sie über die Statik wissen sollten.
Was beim Glasdach im Winter passiert
Klarglas-VSG-Dächer haben eine glatte Oberfläche. Schnee liegt zunächst auf, rutscht aber bei ausreichender Dachneigung (> 15°) von selbst ab — besonders wenn er auftaut. Flachere Dachanlagen (Neigung < 10°) behalten den Schnee länger.
Was Sie nicht tun sollten:
- Schnee mit einer Schaufel räumen: Das Schippen auf der Glasfläche beschädigt die VSG-Oberfläche und die Randverbundfolie. Im schlimmsten Fall springt das Glas.
- Mit einem Besenstiel von unten drücken: Punktlast direkt auf Glas ist gefährlich.
Was Sie tun können:
- Wenn Sie wirklich räumen möchten: Einen weichen Schneeschieber (Kunststoff, kein Metall) nur an der Scheibenkante anlegen, nicht auf der Glasfläche ziehen.
- Abwarten: Wenn die Temperatur über 0°C steigt, rutscht Schnee auf geneigten Dächern von selbst ab.
Lamellendach im Winter: wichtige Hinweise
Bei motorisierten Lamellendächern ist im Winter etwas mehr Aufmerksamkeit nötig:
Lamellen bei Frost lieber geschlossen halten: Wenn die Lamellen geöffnet sind und Frost einsetzt, kann sich Eis in den Führungsschienen bilden. Das erschwert das Schließen und kann — wenn man trotzdem mit dem Motor schließt — die Mechanik beschädigen.
Lamellen im geschlossenen Zustand bei Schnee: Ein geschlossenes Lamellendach trägt Schnee wie ein Festdach. Kein Problem, wenn die Statik korrekt ausgelegt ist.
Lamellen bei starkem Schneefall: Wenn Schnee mit mehr als 15 cm fällt: Lamellen schließen. Im offenen Zustand kann Schnee in die Führungsschienen fallen und die Mechanik beeinträchtigen.
Winterpflege der Führungsschienen: Einmal im Herbst die Führungsschienen und Gelenke mit einem Silikonspray einsprühen — das verhindert Festfrieren bei Frost und erhält die Leichtgängigkeit.
Frost auf Aluminium: kein Problem
Aluminium reagiert auf Frost nicht. Keine Rissbildung, kein Verzug, keine Schäden durch Temperaturschwankungen. Die Pulverbeschichtung ist temperaturfest zwischen -30°C und +80°C. In Baden-Württemberg wird dieser Bereich nie verlassen.
Auch die Dichtungsgummis (EPDM) sind frost- und UV-beständig — bis -40°C ohne Qualitätsverlust.
Was bei einem ungewöhnlichen Schneewinter zu tun ist
Baden-Württemberg hat gelegentlich außergewöhnliche Schneewinter — 2010, 2013, 2021 waren solche Jahre. Wenn mehr als 50 cm Schnee liegen und die Konstruktion stärker belastet ist als im Normaljahr:
- Prüfen Sie visuell: Liegen die Profile noch gerade? Gibt es Verformungen?
- Öffnen Sie ggf. eine Lamelle: Bei Lamellendächern können Sie durch Öffnen einer Lamelle den Schnee auf dem Dach zum Abrutschen bringen.
- Rufen Sie uns an, wenn Sie unsicher sind: Wir kommen und prüfen.
In den meisten Fällen: alles gut. Aber lieber einmal zu viel angerufen als zu wenig.
Regenwasser und Drainage im Winter
Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kann sich Eis in den Regenrinnen bilden und den Ablauf blockieren. Das ist bei allen Dachkonstruktionen so — nicht spezifisch für Aluminium-Überdachungen.
Empfehlung: Rinnen im Herbst reinigen (Laub entfernen), damit kein Wasserstau entsteht. Ein verstopfter Ablauf kann bei Frost zur Eislinse werden und die Rinne beschädigen.
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